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Königsberg - Ostpreußen

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Warum Königsberg und Ostpreußen immer Deutsch waren.......
13.12. 2019

Diese hier aufgeführte Chronik von Königsberg zeigt unzweideutig die deutsche Handschrift. Denn vorher war es offenes Land ohne Zugehörigkeiten und nur von einzelnen Stämmen besiedelt, die westentlich die Wikingerhandschriften trugen. Es gab nur die Gegendbezeichnung Prüs wie für die weiter östlichen Gebiete, also das heutige Russland die Gegend Rüs..... Beide Namen haben ihren Ursprung in der Bezeichnung durch die Wikinger.
 
Chronikauszug:
 
Geschichte der Stadt Kaliningrad – Königsberg
 
Königsbergmodell im Dom
Die Gegend von Königsberg ist seit 3000 v. Chr. besiedelt. Neben einigen prußischen Siedlungen gab es hier einen Handels- oder Ankerplatz der Wikinger, wozu passt, das man bei Baggerarbeiten im Pregel ein Winkingerschwert fand. Die moderne Geschichte beginnt 1242 mit der Absicht Lübecker Kaufleute, neben der prußischen Wallanlage „Tuwangste“ eine Kaufmannssiedlung zu gründen, weil sich an dieser Stelle mehrere Handelsrouten - die Bernsteinstraße, die kurische und die litauische Straße - kreuzten.

1255 gründete der Orden auf den Fundamenten der Prußenfestung und auf der mit 20 Metern über dem Niveau des Pregel weithin höchsten Erhebung Tuwangste eine Ordensburg, das „castrum de Conigsberg in Sambia", zunächst eine Holz-Erde-Konstruktion in der Südostecke des Berges, etwa wo um 1900 die Kürassierkaserne gestanden hat, die bald als Vorburg der Burg aus Stein fungierte. Der Name Königsberg für die Burg ist eine Referenz an König Ottokar II. von Böhmen, den mächtigsten Reichsfürsten seiner Zeit, der 1255 dem Orden mit einem großen Aufgebot gegen die Samen militärisch siegreich zu Hilfe gekommen war. Die älteste Wohnsiedlung entstand bald nach 1255 in der Gegend des späteren Steindamms, ging aber schon 1262 im Prußenaufstand unter. Der Anführer der Samen, die damals die aufkeimende Stadt nieder brannten, war Nalube aus Quednau und von dem leitete sich die heute noch existierende Familie v. Perbandt ab.

Die Ordensburg führte man um 1300 - nach Beendigung des großen Prußenaufstands – in der nordwestlichen Ecke der Tuwangste-Hochfläche in Stein auf. Sie wurde zum Zentrum einer Komturei mit Sitz eines Komturs, 1312 Sitz des Großmarschalls, seit 1457 nach dem Verlust der Marienburg Hochmeistersitz. . Königsberg war der Hauptwaffenplatz des Ordens und Sammelpunkt der meist jungen und unternehmenslustigen Kreuzfahrer aus vielen europäischen Ländern für die „Reisen“ gen Osten mit der Hoffnung auf Kriegsruhm und Beute an Land und beweglicher Habe.

In der Umgebung der Burg gründete man drei Siedlungen, die über einige Jahrhunderte selbständig blieben. Unmittelbar südlich der Burg entstand um 1270 die planmäßig und gitterförmig angelegte Altstadt. Sie war die Stadt der Kaufleute, damit die größte, reichste und tonangebende gegenüber dem Orden und bildete auch durch ihre Nähe zur Burg den politischen Schwerpunkt. Am 28. 2. 1286 erhielt sie vom Landmeister Konrad von Thierberg die Handfeste nach kulmischem Recht. Lokator und erster Schultheiß war Gerko.

Östlich der Altstadt besiedelten an der Stelle eines alten Prußendorfes am Löbebach vornehmlich Ackerbürger, Mälzenbrauer und Handwerker die kleine Stadt Löbenicht, die am 27.5.1300 ihre Gründungsurkunde – ebenfalls nach kulmischem Recht - vom Komtur von Königsberg, Berthold von Brühaven, erhielt. Der Name leitete sich ab vom Flüßchen Lebo, später Katzbach genannt.

Auf einer Insel im Pregel, dem Vogtswerder südlich der Altstadt, überließ der Orden dem Bischof 1322 den östlichen Teil, wo sich nunmehr eine kleine geistliche Stadt mit dem Dom entwickelte, aber ohne Stadtrecht. Im westlichen Teil der Insel, wo seit Urgedenken die Händler den Fluss überquerten, etablierte sich mit einer Urkunde nach kulmischem Recht vom 6.4.1327 aus der Hand des Hochmeisters Werner von Orseln der Kneiphof mit dem Quartier der Fernkaufleute. Erster Schultheiß war Heinrich Bergau. Die Kaufleute sorgten für Wohlstand in der Gemeinde und der Dom der Diözese Samland war gleichzeitig Gemeindekirche des Kneiphofs. Im Laufe der Zeit bildete sich um die drei Siedlungskerne herum ein Kranz von Vororten, so genannte Freiheiten, wie z. B. Tragheim, Roßgarten, Steindamm oder Sackheim.

Das 1304 gegründete Kneiphöfische Gymnasium war die älteste Schule in Ostpreußen und stellte einen ersten Schritt von der Religionsschule, die gläubige Christen heranbilden sollte und neben dem Pflichtfach Religion nur Wahlfächer für Lesen und Schreiben anbot, hin zur Lernschule. Es stand unmittelbar neben der alten Universität.

Eine der wenigen Klostergründungen der Ordenszeit genehmigte Hochmeister Heinrich Dusemer 1349 den Benediktinerinnen im Löbenicht als Dank für den über die Litauer errungenen Sieg an der Strebe. Es wurde mit größerem Grundbesitz ausgestattet, so mit Waldungen im Kreis Wehlau, die später den Namen „Löbenichtsche Hospitalforst“ trugen.

Von den neben der Burg Königsberg entstandenen drei Städte trat zunächst - vor 1340 - die Altstadt zusammen mit den Städten Kulm thorn, Elbing, Danzig und Braunsberg der Hanse bei, mit zeitlichem Abstand auch der Kneiphof, der Löbenicht nie[5].
1506 verfügte Hochmeister Friedrich von Sachsen, dass die drei Städte fortan die Namen Königsberg-Altstadt, Königsberg-Löbenicht und Königsberg-Kneiphof zu tragen haben und nach außen gemeinsam unter dem Namen Königsberg auftreten sollen. Erst 1724 vereinigte König Friedrich Wilhelm I. die drei Städte zu einer einheitlichen Stadt Königsberg, aber sie nahmen schon nach dem 2. Frieden von Thorn, besonders mit der unter Herzog Albrecht beginnenden Nachordenszeit gemeinsam die Stellung der Hauptstadt Ostpreußens ein.

Die Wirtschaftskraft dieser Hauptstadt wurde dadurch gestärkt, dass 1407 das Pillauer Tief entstand, das man 1540 so weit ausbaggerte, dass wesentlich mehr Schiffe Königsberg direkt anlaufen konnten.

1440 kam es auf einer Tagung der Städte und Stände in Balga am Frischen Haff zu einer Palastrevolution gegen den Hochmeister und bald darauf zur Gründung des Preußischen Bundes. Diesem traten Altstadt und Kneiphof bei . Mit Beginn des Städtekrieges 1454 stand der Bürgermeister der Altstadt, Andreas Brunau, in der vordersten Front der Ordensgegner. Die Ritter gaben ihre Burg auf und das Volk begann bereits, sie abzureißen. Dann aber kam der Umschwung. Am 24. 3. 1455 brach ein Aufstand der Ordensfreunde, darunter vor allem Handwerker, gegen die Ordensfeinde aus, die den Kneiphof als Bastion nutzten. Die Ordensfeinde unterlagen in länger anhaltenden Bruderkämpfen, Bürgermeister Brunau floh nach Elbing und dann nach Danzig und der herbei geeilte Komtur Heinrich Reuß von Plauen konnte fortan einer dem Orden ergebenen Gemeinde sicher sein, die auch zukünftig in ihrer Parteinahme nicht schwankte. Vielleicht war das u. a. ein Grund, weswegen Hochmeister Ludwig von Erlichshausen 1457 nach dem Verlust der Marienburg den Hochmeistersitz nach Königsberg verlegte und die Marschallsräume im Nordflügel der Burg bezog.

Nach dem Frieden von Thorn 1466 kam es in Königsberg zu Unruhen, als der Staat die Steuern erhöhte, doch diese wurden gewaltsam beendet. Um den Handel voran zu bringen, nahm der Orden Verbindungen zu den mächtigen Kaufleuten in Holland auf. Bald lag der Hauptanteil des Ostseehandels in deren Händen. Ihr Anlauf- und Stützpunkt war Königsberg. Im Handel führten Holländer neue Usancen ein, z. B., indem sie die gesamte Ausbeute einer Fischsaison aufkauften und so die Preise und auch die Abnehmer monopolartig bestimmen konnten.

1544 gründete Herzog Albrecht die Universität Königsberg, die Albertina, die zweite protestantische Hochschule nach Marburg (1527), und machte damit Ostpreußen zu einem geistigen Zentrum im östlichen Europa. König Sigismund August von Polen stattete sie 1560 mit den gleichen Rechten aus wie die Akademie in Krakau. 1632 wird in Königsberg zu Ehren des zu Besuch in der Stadt weilenden polnischen Königs Wladislaw IV. die Oper „Cleomede“ aufgeführt, die erste in Königsberg überhaupt. Professor Simon Dach hatte das Libretto geschrieben, Heinrich Albert die Musik komponiert. DieKunstakademie in Königsberg, an der u. a. Lovis Corinth (1858 – 1925) , Käthe Kollwitz (1867 – 1945), Stanislaus Cauer (1867 – 1943), Eduard Bischoff (1890 – 1974), Ernst Mollenhauer (1892 - 1963) studierten, erlebte ihre Installation erst sehr viel später 1844.

Nach Übergang der Erbfolge auf die brandenburgischen Hohenzollern 1618 und die Vereinigung Preußens mit der Mark Brandenburg nahm die Bedeutung Königsbergs ab, die von Berlin dagegen zu. Immerhin war Königsberg bis ins 17./18. Jh. hinein bevölkerungsreicher als Berlin. Da Kurfürst Friedrich III. die Königswürde aber nur für das außerhalb des Reichs existierende Preußen erhielt, war Königsberg 1701 die prunkvoll herausgeputzte Krönungsstadt.

Noch in die Regierungszeit Friedrichs I. ragte die Katastrophe der Großen Pest. Seinerzeit verfügte die Stadt über rd. 40.000 Einwohner. Nach Königsberg kam die Pest mit Verzögerung, vielleicht auch wegen der strengen, von einem speziellen Sanitätskollegium erlassenen Edikte. Doch im September 1709 brach auch hier die Seuche mit voller Wucht aus, so dass die Pesthäuser vor der Stadt sehr bald nicht mehr ausreichten. Am 15. November 1709 riegelte die Miliz die Stadt hermetisch ab, um eine Ausbreitung der Seuche zu erschweren. Verschärft wurde die Situation durch Plünderer und Wegelagerer. Sie wurden zu den niedrigsten Arbeiten in den Pesthäusern verurteilt, wenn man ihrer habhaft wurde. Zur Versorgung der Einwohner richtete man drei Märkte vor den Stadttoren ein. In Sichtweite zu den Märkten standen Galgen für diejenigen, die dabei erwischt wurden, wie sie die eingerichteten Absperrungen verbotenerweise überstiegen. Insgesamt starben in sieben Monaten 9.368 Personen an der teuflischen Seuche – fast ein Viertel der Einwohner. Die Pest blieb nicht auf Ostpreußen beschränkt. Sie zog von dort weiter ins Baltikum, erreichte 1711 Stockholm, anschließend Kopenhagen, Schleswig-Holstein und Hamburg. In Polen hielt sie sich bis 1713, in Österreich bis 1716, in Siebenbürgen, der Türkei und Syrien bis 1718 und in Südfrankreich ab 1720. Erst zwei Jahre später verebbte diese letzte große Pestwelle in Europa. Das Pestbakterium wurde erst 1894 identifiziert.

Friedrich Wilhelm I. sorgte mit seinem Retablissement auch in Königsberg dafür, dass der Bevölkerungsschwund abgefangen wurde, erwarb sich jedoch auch Meriten bei der Neuausrichtung der städtischen Organisation. Dazu gehörte, dass endlich 1724 die drei bis dahin nebeneinander agierenden Städte zu einer Gesamtstadt Königsberg mit einer einzigen Verwaltung vereinigt wurden.
Mit dem Namen der Stadt verbunden ist das berühmte Königsberger Brückenrätsel. Es gab sieben Brücken, von denen fünf zum Kneiphof führten und zwei von der Lomse ausgingen. Die beiden ältesten Brücken waren die Grüne Brücke und die Krämerbrücke, auf denen der uralte Handelsweg, der Elbing mit der Bernsteinküste verband. Ein paralleler Handelsweg führte über die Schmiedebrücke (erbaut 1379) und die Köttelbrücke (erbaut 1377) von der Altstadt über den Kneiphof nach Süden. Eine Verbindung von der Altstadt über den alten Pregel zu den Holzlagerwiesen, den Holzwiesen auf der Lomse, führe über die Holzbrücke (erbaut 1350). Als im Städtekrieg der Kneiphof vom Orden abgefallen war, während die Altstadt zum Orden hielt, genehmigte der Hochmeister einen Brückenbau außerhalb des Stadtgebiets und es entstand die Hohe Brücke (gebaut 1508, 1882 umgebaut und durch Brückenwärterhäuschen mit Mechanik für Brückenöffnung ergänzt, 1938 seitlich versetzt, 2016/17 grundsaniert). Da die Kneiphöfer nunmehr an diese Umgehungstrasse angeschlossen werden sollten entstand 1542 die Honigbrücke. Es wurde nun die Frage aufgestellt, ob es einen Weg gibt, bei dem man alle sieben Brücken über den Pregel nur einmal überquert, und wenn ja, ob auch ein Rundweg möglich ist, bei dem man wieder zum Ausgangspunkt gelangt. Leonhard Euler bewies, dass das nicht möglich ist, aber Generationen von Mathematikern bissen sich danach an diesem Rätsel die Zähne aus.

Seit dem 17. Jh. war Königsberg Garnisonsstadt mit Traditionsregimentern wie den Kronprinzern oder den Wrangel-Kürassieren. Zunächst unregelmäßig, blieb Königsberg ab 1716 ununterbrochen bis 1945 eine bedeutende Garnisonsstadt, vor dem 1. Weltkrieg sogar eine der stärksten Garnisonen im ganzen Deutschen Reich.

Die literarischen Bedürfnisse einer so großen Stadt wie Königsberg deckten Buchhandlungen. Dazu gehörte die von Christoph Gottfried Eckart, geboren in Grimma bei Leipzig, der 1722 die Konzession für eine Buchhandlung erhielt und diese in großem Stil ausbaute. Nachfolger wurde 1740 der Thüringer Orgelbaumeistersohn Johann Heinrich Hartung, der seine bereits vorhandene Königsberger Druckerei ins Geschäft mit einbrachte. Hier wurde die später berühmte „Hartungsche Zeitung“ aus der Taufe gehoben, das Sprachrohr des preußischen Liberalismus im 19. Jh. Die Witwe des Sohnes verkaufte 1798 den Betrieb an die Buchhändler Göbbels und Unzer. Göbbels schied nach einigen Jahren aus. Heinrich Eduard Gräfe aus Hamburg heiratete die Tochter von Unzer und trat in die Firma ein, die seit 1832 den Namen Gräfe und Unzer trug. Diese Buchhandlung zog 1873 an den Paradeplatz, gegenüber der Universität, und existiert noch heute mit Sitz in München. Das Unternehmen hat sich zum stärksten Verlag für Kochbücher entwickelt.

Neben der Hartungschen Zeitung hatte in der Mitte des 19. Jhs. die liberale „Neue Königsberger Zeitung“ ein kurzes, aber beachtliches Leben. In der Schwächephase der preußischen Restauration anno 1848 von dem Königsberger Bankier Adolf Samter, einem Freund Jacobys, gegründet, zählte das Oppositionsblatt den Neidenburger Ferdinand Gregorovius zu seinem ständigen Mitarbeiter und Fanny Lewald zu seiner Berliner Korrespondentin, bis die erstarkte Restauration die Zeitung am 30. 6. 1850 wieder verbot. Aus einem Lokalblatt, das sich im Besitz von Moritz Simon befand, der auch im Aufsichtsrat der Königsberger Hartung’schen Zeitung saß, entwickelte sich 1882 die „Königsberger Allgemeine Zeitung“. Deren Chefredakteur Dr. Alexander Wyneken(16. 4. 1848 – 5. 4. 1939), machte sie zur einflussreichsten und auflagenstärksten Zeitung in Ostpreußen und bestimmte ihre liberale Ausrichtung. Sein Enkel war der marxistische Philosoph Wolfgang Harich – siehe auch die Anmerkung bei Wolfgang Harich in „Prominente Persönlichkeiten mit Geburt oder Wirken in Königsberg“.

Die eigentliche Geburtsstunde des Königsberger Zeitungswesens schlug 1623, als der aus Pommern stammende Lorenz Segebade die damals einzige privilegierte Druckerei Preußens übernahm und die bereits auf kleiner Flamme köchelnde „Königsberg Zeitung“ mit dem neuen Untertitel „Avisen oder Wöchentliche Zeitung, was sich in Deutschland oder anderen Orten zugetragen“ zu einer populären Informationsquelle machte.

Der nach der siegreichen Schlacht von Groß Jägersdorf zurückweichende und deshalb abgesetzte General Apraxin wurde von Zarin Elisabeth durch General Wilhelm Graf v. Fermor ersetzt. Entgegen der Erwartung Friedrichs II. marschierte dieser erneut in Ostpreußen und am 21 . oder 22. Januar 1758 in Königsberg ein, das sich kampflos ergeben hatte, und wurde der erste russische Gouverneur der neuen Provinz. Damit war die Stadt bis 1761 von den Russen und damit erstmals in seiner Geschichte von fremden Truppen besetzt. Fermor war ein in Russland geborener Schotte, der mit seinem Amtsnachfolger v. Korff in der deutschen Sprache korrespondierte. Der aus Kurland stammende Generalleutnant Nikolaus v. Korff war über seine Ehefrau mit der Zarin verwandt. Das Leben ging jedoch in gewohnten Bahnen weiter. Die russische Herrschaft war milde. Die Innenstadt blieb von Einquartierungen verschont, die jungen Männer wurden nicht zum Militärdienst herangezogen. Die Freiheit der Lehre galt unverändert, Mittel für den Unterhalt der Universität standen ausreichend zur Verfügung und die Gehälter der Professoren wurden sogar erhöht. Die Russen brachten viel Geld in die Stadt und die Geschäfte liefen besser als zu preußischer Zeit. Der Handel mit Getreide florierte. Amüsement und Zeitvertreib hatten einen hohen Stellenwert. Das Palais Keyserlingk war der gesellschaftliche Mittelpunkt der Stadt, in der jetzt die Geselligkeiten nicht abrissen. Manche Offiziere, die oft Baltendeutsche waren, besuchten die Vorlesungen von Immanuel Kant. Die gute Stimmung wurde auch nicht dadurch getrübt, dass erhebliche Kontributionen an Russland zu entrichten waren und dass man die umliegenden Wälder, so auch die ganze Kurische Nehrung, abholzte, um Teer zu gewinnen. Hätte Friedrich II. den siebenjährigen Krieg verloren, wäre Königsberg schon damals russische Stadt geworden, und zwar eine durchaus angenehme!

1513, 1539, 1544, 1763 oder 1764, 1769, 1775 wurde die Stadt von großen Bränden heimgesucht. 1763 oder 1764 vernichtete das Feuer den Löbenicht, Sackheim und einen Teil vom Roßgarten. Der seinerzeit dort lebende Kolberger Schiffseigner Joachim Nettelbeck, der den Ausbruch der Brandkatastrophe unmittelbar miterlebte und den Flüchtenden Hilfe leistete, verhinderte auch, dass ein mit Hanf beladenes, lichterloh brennendes führerloses holländisches Schiff von den am Kai ankernden Schiffen fern gehalten wurde und diese so vor der Vernichtung bewahrte. Beim Wiederaufbau nach den letzten Großbränden wich das mittelalterliche Bild der Stadt einem moderneren Gepräge, vornehmlich nach Vorstellungen und unter Leitung des Baumeisters Johann Ernst Löckell.

1788 wurde auf genossenschaftlicher Grundlage die "Ostpreußische Landschaft" gegründet, eineBodenkreditanstalt für adlige Güter, die Hypothekengelder an ihre Mitglieder vergab, indem sie selbst Pfandbriefe an die Öffentlichkeit verkaufte. Die 1787 gegründete Westpreußische Landschaft war in derselben Funktion für die Provinz Westpreußen zuständig und hatte ihren Sitz in Marienwerder. 1808 erhielt die Ostpreußische Landschaft das Recht, ihr Geschäft auch auf bäuerliche Güter mit einem Wert von mindestens 1.500 Mark auszudehnen und wurde damit bis 1945 ein wesentlicher Partner der ostpreußischen Landwirtschaft.

1782 nahm die ostpreußische Regierung erstmals ihren Sitz in Königsberg. 1808/09 war die Stadt durch den Aufenthalt des Königspaares nach dem Frieden von Tilsit 1807 die faktische Hauptstadt Preußens. Das war insbesondere deshalb von großer Bedeutung für Preußen, weil sich in dieser Zeit hier die Männer versammelt hatten, die Preußen reformieren und damit wieder große machen sollten – Freiherr von und zum Stein, Gneisenau, Scharnhorst, Wilhelm v. Humboldt, Fichte, Reichsfreiherr v. Schrötter, Theodor von Schön, Hans Jakob v. Auerswald, Hermann v. Boyen etc.

Vom 16. Juni bis zum 25. Juli 1807 hielten die Franzosen unter Napoleon Königsberg besetzt. In dieser Zeit kam es zu zahlreichen Übergriffen. Militärisch Nutzbares wurde konfisziert, Brände wurden gelegt, die Bernsteinkammer im Schloss vollkommen ausgeräumt und der Inhalt versteigert, das Schloss und einige repräsentative Häuser wurden beschlagnahmt, Oberbürgermeister Gervais abgesetzt und die Stadt zu hohen Kontributionszahlungen verpflichtet. Die zwölf angesehensten Königsberger Handelshäuser, allen voran Bankier Isaac Caspar, gaben 312.000 Taler. Dazu kamen Anleihen und Kriegsobligationen, die den Haushalt der Stadt noch lange belasteten. Die letzten Obligationen wurden am 1. Januar 1901 eingelöst.
Aufgrund der neuen Städteordnung, die im Zuge der preußischen Reformbemühungen nach der Niederlage gegen Napoleon erlassen wurde, trat am 4. Februar 1809 die erste von der Bürgerschaft gewählte Stadtverordnetenversammlung zusammen. Erster Oberbürgermeister wurde 1810 der überzeugte Patriot und Demokrat Professor August Wilhelm Heidemann.[1]
1811 löste die Explosion von 400 Tonnen Öl und Teer einen großen Stadtbrand aus, bei dem einige Schiffe sowie 144 Häuser, 134 Speicher, 27.000 Last Getreide, aber auch die erste Synagoge und der Grüne Kran vernichtet wurden. 1812 machte sich eine Armee von 320.000 französischen Soldaten auf den Weg nach Osten und Königsberg wurde wieder von napoleonischen Truppen besetzt, bis die Stadt mit den vereinten Kräften von Russen und Preußen aus der Hand der Franzosen befreit wurde. Das Signal für die Befreiungskriege ging dabei von Königsberg aus, wo am 5. Februar 1813 der Landtagnach einer fulminanten Rede des Generals York mit der Landwehrordnung die Bewaffnung des Volkes beschloss. Von hier ging ein nationales Hochgefühl aus, das alle deutschen Lande mit sich riss.

Die Medizin war im frühen 19. Jh. noch nicht so weit fortgeschritten, dass man die Cholera beherrschte. 1831 brach eine Epidemie dieser Krankheit aus, die über 1.000 Einwohner das Leben kostete. Da die Cholera wie schon oft im Armenviertel ausbrach, argwöhnte die dortige Bevölkerung eine verschwörerische Vergiftung durch die Oberschicht der Stadt, stürmte deshalb das Polizeipräsidium, vernichtete die Krankenakten und verprügelte die Amtsärzte. Eine noch schlimmere Choleraepidemie kostete 1866 in Königsberg 5.543 Menschen das Leben.

Um 1800 zählte Königsberg mit ca. 60 000 Einwohnern zu den größten deutschen Städten (Berlin ca. 170.000, Wien ca. 230.000, Hamburg ca. 130.000, Dresden und Breslau ca. 60.000, Köln und Frankfurt am Main 50.000, Leipzig 40.000, München 30.000). Im 19. Jh. bis ins 20. Jh. hinein erfolgte die Entwicklung zur Großstadt: um 1914 zählte man 250.000 Einwohner und im letzten Friedensjahr 372.000 Einwohner. Der Hafen wurde großzügig ausgebaut, Werften, Mühlen, Sägereien und Holzverarbeitungsbetriebe entstanden. Der Getreidehandel stieg von 250.000 Tonnen im Jahr 1872 auf 800.000 Tonnen im Jahr 1912. Königsberg war der größte Getreideausfuhrhafen im Reich und derWelthandelsplatz für Hülsenfrüchte, insbesondere Linsen. Die russischen Hülsenfrüchte wurden ungeschält gehandelt. Franz Thran, Mitinhaber der 1867 gegründeten Getreidehandelsfirma Holdack & Thran, entwickelte eine Linsensortier-Maschine, eroberte durch die damit mögliche präzise und gleichmäßige Sortierung den Weltmarkt und verarbeitete praktisch die Gesamtmenge der von Russland exportierten Linsen. Franz Thran wurde so nicht nur „Linsenkönig“, sondern auch Vorsitzender der Stadtverordneten und erfuhr eine hohe Ehrung in der Königsberger Börse. Zum Geschäftszweig Getreide gehörte die Walzmühle von 1889, die seinerzeit größte Roggenmühle Europas. Bei Holz avancierte Königsberg zum größten Transithandelsplatz Deutschlands und bei Fisch zum zweitgrößten Heringshandelsplatz in Europa.

Im 19. Jh. war Königsberg eine Hochburg des Liberalismus. Dieser wurde repräsentiert von Persönlichkeiten wie Eduard von Simson, Präsident der Frankfurter Nationalversammlung 1848, und von Johann Jacoby, ebenfalls Mitglied der Nationalversammlung, dazu Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, Vorkämpfer für die Emanzipation der Juden in Preußen und intimer Gegner Bismarcks. Zur liberalen Königsberger Gemeinde zählten auch z. B. der Theologe Julius Rupp, Großvater von Käthe Kollwitz, dem Gründer der ersten freikirchlichen Gemeinde in Deutschland, und der Prediger Daniel Détroit, der für die Französisch-Reformierte Gemeinde in Königsberg ein eigenes reformatorisches Bekenntnis entwickelte.

1895 siedelte sich am nördlichen Stadtrand eine große Zellstofffabrik an, eine weitere Zellstofffabrik entstand 1906/07 am Pregel unterhalb der Stadt. Hanf und Flachs wurden aus Russland importiert, in Königsberg bearbeitet und in fast alle Länder Europas sowie nach Nordamerika exportiert. 1915 erweiterte man trotz des Krieges den Schlachthof in Rosenau, stellte die Hofapotheke in der Junkerstrasse fertig und eröffnete das Kaufhaus der Schuhfabrik Conrad Tack.

1811 erhielten die Königsberger Strassen Namensschilder und die Häuser Hausnummern. 1852 nahm man die Gasanstalt in Betrieb und führte die Straßenbeleuchtung durch Gaslaternen ein. Seit 1858 gab es eine Berufsfeuerwehr mit 3 Feuerwachen. Das erste Elektrizitätskraftwerk in Königsberg gab es aber erst seit 1889/90. Die Maschinen dafür lieferte die Fa. Schichau aus Elbing. Zehn Stromleitungen führten in verschiedene Stadtteile und sorgten dort für Beleuchtung auf Straßen und in Wohnungen.
In Königsberg wurde am 7. Februar 1855 von 9 Königsberger Schülern, darunter der Oberprimaner Ernst Burow als erster Vorsitzender, der älteste Segelverein Deutschlands, der Segelclub Rhe, gegründet. Sein Bootshaus lag am Schlossteich und in seiner langen Geschichte hatte er so prominente Mitglieder wie Prinz Heinrich von Preußen oder Paul von Hindenburg. Er zog nach dem 2. Weltkrieg nach Hamburg-Blankenese um und feierte dort inzwischen sein 150jähriges Bestehen. Der Wahlspruch lautet unverändert „Auf blauer Flut in Gottes Hand“. Vereinshaus: Grotiusweg 75 – 77, 22587 Hamburg, Tel.: 040 81 76 11, Internet www.sc-rhe.de
Da sich keine privaten Investoren fanden, entschied König Friedrich Wilhelm IV. 1845, den Bau der Ostbahn einzuleiten. Der erste Streckenabschnitt führte über Schneidemühl nach Bromberg und wurde 1852 nach Danzig verlängert. Weiter in Richtung Osten führte die Strecke über Marienburg und Elbing nach Königsberg. Seit dem 2. August 1853 war Königsberg an das Bahnnetz angeschlossen. Der Bau der Eisenbahnbrücken über Weichsel und Nogat bei Dirschau folgte aber erst 1857 und die Verbindung von Schneidemühl über Küstrin und Frankfurt/Oder nach Berlin dauerte noch mehr als ein Jahrzehnt. Aber am 1. Oktober 1867 war Königsberg endgültig mit Berlin verbunden. Mit dem Bau der Ostbahn entstand 1853 der erste Bahnhof in Königsberg, der Ostbahnhof. Es folgten 1862 der Südbahnhof und im Laufe der Zeit weitere Bahnhöfe der Kleinbahn. Der markante Hauptbahnhof wurde 1929 gebaut.
Am 31. Mai 1895 fuhr in Königsberg die erste elektrische Straßenbahn, die zur ersten kommunal organisierten und finanzierten Verkehrsgesellschaft in Deutschland gehörte. Zu ihrer Versorgung mit Strom wurde 1901 das zweite Elektrizitätswerk in Königsberg errichtet, und zwar auf den Hufen, direkt neben dem Straßenbahndepot.[6]
 
https://www.ostpreussen.net/ostpreussen/orte.php?bericht=1055

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Königsberger Express – Meldung.....
 
12. 12. 2019
 
Domleiterin weist Regermanisierungsvorwurf zurück

Die Leiterin des Königsberger Domes, Vera Tariverdijeva, arbeitet eng mit deutschen Komponisten und Musikern zusammen. Ausländische Interpreten sind ein fester Bestandteil des Spielplanes im Dom.

 
Außerdem lässt sie eine der Hauptrunden des von ihr ins Leben gerufenen Internationalen Orgelwettbewerbs in Deutschland durchführen. In einem Interview mit dem Kaliningrader Magazin „Korolewskije Worota“ (dt.: Königstor) sprach Vera Tariverdijeva über ein Projekt, das sie gemeinsam mit dem Professor für Orgel und Improvisation an der Musikschule Lübeck, Franz Danksagmüller, umsetzt:
V.T.: Ich lernte diesen herausragenden Künstler in Hamburg kennen. Ich komme oft nach Hamburg, wir führen dort die erste Runde unseres Orgelwettbewerbs durch. Franz Danksagmüller ist als Komponist und Organist dank seiner innovativen und außergewöhnlichen Projekte weltweit bekannt. Er hält beispielsweise den Klang verschiedener Orgeln, die kaputtgehen oder die man abstößt, für die Nachwelt fest. Wie bekannt, ging die Originalorgel im Dom beim Bombenangriff auf Königsberg in der Nacht vom 29. auf den 30. August 1944 verloren. Ich habe Franz Danksagmüller gebeten, eine Widmung für diese jetzt wiedererwachte Orgel zu kreieren.
K.W.: Ein kühnes Ansinnen, wenn man die heutige Kultursituation in Kaliningrad bedenkt. Haben Sie keine Angst, dass man Ihnen einen Regermanisierungsversuch vorwerfen könnte?
V.T.: Ja, ich weiß das. Ich sage darauf nur, dass ich ein freier Mensch bin. Und ich werde hier das machen, was ich für richtig halte. Wirft mir jemand eine „Regermanisierung“ vor, dann gehe ich lieber gleich und nehme meinen deutschen Komponisten Johann Sebastian Bach und meinen armenischen Musiker Tariverdiejev mit. Habt ihr vor einer Regermanisierung Angst? Dann werft bitte auch den Philosophen Kant über Bord. Wozu bereitet ihr dann die 300-Jahr-Feier von Immanuel Kant vor? Es gibt ja schon Missetäter, die Kant-Statuen mit Farbe beschmieren…
 
https://koenigsberger-express.com/2019/11/domleiterin-weist-regermanisierungsvorwurf-zurueck/
 

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Jahrhundertmarsch für Preußen durch Berlin 7. Dezember 2019 Vollversion HD Qualität
 
 
https://www.youtube.com/watch?time_continue=2929&v=Nv1sylRnSaU&feature=emb_logo

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Wenn Linke-Socken-Historiker sich als juristische Experten aufspielen....
 
30. 11. 2019
 
Man mag ja zur Monarchie wie den Adeligen stehen wie man will, aber das was sich hier Historikerin Karina Urbach leistet, ist an Frivolität einer Historikerinnung nicht mehr zu toppen. Auch deshalb nicht, weil Sie sich erdreistet, in einem derartigen Zusammenhang den „linksfaschistoiden Jan Böhmermann“ zu belobigen.
 
Mit dieser Darstellung ihrer historischen Bewertung, hat sie sich als ernstzunehmende Historikern disqualifiziert und ist eine Schade für jeden Historiker.. Und dem Spiegel sei ins Stammbuch geschrieben, das er sich selbst entwürdigt und nur noch auf dem Niveau der „Bildzeitung für Fortgeschrittene“ steht.
 
 
Historikerin zum Hohenzollern-Streit "Der Kronprinz ging mit jedem Gegner der Weimarer Republik ins Bett"
Die Hohenzollern verlangen eine Millionenentschädigung. Entscheidend in dem Rechtsstreit ist die Rolle der Familie zur Nazizeit. Historikerin Karina Urbach erklärt den Zwischenstand im Spiel Adel gegen Staat - und warum sie Jan Böhmermann dankt.
© Caren Detje
Ein Interview von Eva-Maria Schnurr